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Die
Bürgerversammlung der IG Horrem am 14.04.2011
begann pünktlich um 19:00 Uhr. Über 70 Horremer
waren gekommen und sorgten für einen langen,
aber kurzweiligen Abend.
Die Moderation
übernahm der Vorsitzende der IG Horrem,
Christian Clemens. Er konnte die Referenten des
Abends begrüßen: Dies waren Jürgen Schmitz,
Beate Reith und Gottfried Koch von der Stadt
Dormagen sowie Martin Klemmer und Axel
Tomahogh-Seeth von der Baugenossenschaft. Die
großen Fraktionen der Stadt waren vertreten
durch Reinhard Hauschild (CDU), Bernhard Schmitt
(SPD), Ingo Kolmorgen (Grüne) und Michael Koch
(FDP). Außerdem waren Ulrich Pfister von der
SVGD und Peter Herzogenrath ebenso Gast der
Veranstaltung wie der stellv. Bürgermeister Erik
Lierenfeld und Gerd Trzeskowski.
Christian berichtete kurz
über das 10.000-€ - Investitionsprogramm der IG
Horrem aus dem Jahr 2008. Die letzte Investition,
die Ortseingangsschilder für Horrem sind jetzt
genehmigt; die Halterungen bereits produziert. Er hofft,
dass bis zur Jahresmitte die Ortseingangsschilder
aufgestellt werden können und präsentierte den Entwurf
des Schildes sowie die geplant en Standorte.
Dann übergab er das Wort an
Jürgen Schmitz, der die Stadtentwicklungsplanung für
Horrem vorstellte. Er bezog sich bei den
statistischen Auswertungen auf den Teil Horrems zwischen
Autobahn und Bahnlinie, der zurzeit etwa 5.500
Einwohner zählt. Der andere Teil Horrems östlich der
Bahnlinie ist bei dieser Auswertung nicht berücksichtigt
worden.
Seit den 70er Jahren ist die
Geburtenrate so stark rückläufig, dass die Bevölkerung
schrumpfen muss. Dies wurde bisher durch den Zuzug von
Pendlern aus den nahegelegenen Ballungsräumen und den
Zuzug von ausländischen Familien ausgeglichen bzw.
teilweise überkompensiert. Nur dadurch konnte Dormagen
auf deutlich über 60.000 Einwohner wachsen.
Die Menschen nicht nur in
Horrem werden immer weniger, dafür älter und bunter. Die
Vereinzelung wird zunehmen. Die Zahl der Kinder nimmt
stark ab. Derzeit gehen 471 Kinder aus Horrem in eine
Schule oder Kindergarten. 2025 sind es über 100 weniger:
Die Stadt und die Gesellschaft muss sich darauf
einstellen und die Schul- und Kindergartenkapazitäten
anpassen.
Derzeit leben 411 über
80jährige in Horrem. In zehn Jahren werden es fast
doppelt so viele sein. Dies bedeutet einen höheren
Bedarf an barrierearmen Wohnraum; mehr Menschen, die auf
Rollatoren angewiesen sind. Eventuell müssen
Kinderspielplätze in Parks umgewidmet werden. Umziehen
möchte kaum einer, fast alle wollen möglichst lange zu
Hause bleiben.
Herr Schmitz stellte die
Forderung an die Politiker auf, dass sich die Stadt
jetzt endlich Horrem zuwenden muss – und erhielt dafür
großen Beifall der Anwesenden.
Er hat gemeinsam mit den
großen Vermietern in Horrem eine integrierte
Quartierstrategie entwickelt, die in den nächsten zehn
bis 15 Jahren Zug um Zug umgesetzt werden soll. In der
Weiterentwicklung dieser Strategie – an der auch die
Horremer Bevölkerung beteiligt werden wird – liegt der
Schlüssel für ein lebenswerteres Horrem.
Die Vertreter der
Baugenossenschaft berichteten Ihrerseits über diese auch
von Ihnen miterarbeitete Strategie. Sie haben im letzten
Jahr Bestands- und Zufriedenheitsanalysen Ihrer Horremer
Mietwohnungen durchgeführt. Demnach hat die
Baugenossenschaft zu wenige kleinere und zu viele
größere Wohnungen ab 4 Zimmern. Außerdem gibt es Sünden
der Vergangenheit, die sich jetzt in mangelhaften
Wohnungen äußern, die aber jetzt Zug um Zug abgearbeitet
werden.
Die erarbeitete Strategie
schlägt vor, dass zunächst von der Stadt Baumalleen
ähnlich der Heinrich-Meising-Straße an Weilerstraße und
Am Hagedorn gepflanzt werden. Ergänzt werden soll dies
mit einem „Quartierstreff“, der gemeinsam von Stadt und
Baugenossenschaft an der Abbiegung
Ulmenallee/Buchenstraße entstehen soll.
Die Strategie befindet sich
im Entwicklungsstadium. Die anwesenden
Fraktionsvertreter fanden sie positiv und als Schritt in
die richtige Richtung. Sie sagten auf Nachfrage von
Christian Clemens auch zu, diese Strategie nicht nur
verbal, sondern auch finanziell unterstützen zu wollen.
Danach erklärten die
Vertreter der Baugenossenschaft Ihre Position zum
Abriss des Verwaltungsgebäudes, des „Horremer Hof“.
Hier einige Argumente: Eine Sanierung des Gebäudes
würde einen zweistelligen Millionenbetrag kosten, sagte
Herr Klemmer. Auf gezielte Nachfrage bestätigte er, dass
diese Zahl belastbar sei. Er hat als gelernter Architekt
seine Erfahrungen mit der Denkmalbehörde gemacht und
vermutet deshalb, dass nicht nur das „Herrenhaus“,
sondern die komplette Hofanlage unter Denkmalschutz
gestellt wird. „Mittlerweile ist schon eine Garage aus
den 50er Jahren denkmalwürdig“, behauptete Herr Klemmer.
Er skizzierte folgendes Szenario: Der Denkmalschutz wird
bestätigt; eventuell wegen Widerspruchs vom Minister;
folglich würde die Baugenossenschaft das Gelände an die
Stadt übertragen, die dann ihrerseits das Haus erhalten
müsste.
Die Position der meisten
Horremer war relativ klar: Das älteste noch stehende
Horremer Gebäude soll erhalten bleiben. Der
Genossenschaft wurde (allerdings unter der alten
Führung) unterstellt, das Gebäude absichtlich
heruntergewirtschaftet zu haben. Immerhin nutzt Sie das
Gebäude seit über 25 Jahren.
Zunächst bleibt das Gebäude
erhalten, bis das Denkmalverfahren abgeschlossen ist.
Die Genossenschaft will allerdings Fraktionsvertreter
einladen, um ihnen die marode Substanz vorzuführen. In
seiner Stellungnahme forderte Reinhard Hauschild eine
Sonderumlage aller Baugenossenschaftsmitglieder zur
Finanzierung der angeblich unwirtschaftlichen Sanierung.
Christian Clemens betonte,
dass in Horrem in der Vergangenheit viel zu oft alte
Gebäude abgerissen wurden. Wir sollten diesen Fehler
nicht wiederholen und die erstbeste Lösung akzeptieren.
Schließlich ist die Genossenschaft nicht nur Ihren
Mitgliedern verpflichtet, sondern auch gemeinnützig!
Nach einer kurzen Pause
trugen Hr. Koch und Fr. Reith die Pläne zur
Bahnhofsgestaltung vor. Die Pläne kamen allgemein
gut an. Als suboptimal wurde empfunden, das der
westliche Treppenaufgang unverändert bleiben soll. Eine
Rampenlösung bezüglich des östlichen Treppenabgangs
mache daher keinen Sinn, zumal die Treppen auf die
Bahnsteige unverändert bleiben.
Moniert wurde wieder einmal
die Möglichkeit, mit Fahrrädern auf den Bahnsteig zu
kommen. Seit dem Austausch der Aufzüge vor einigen
Jahren passen diese dort nicht mehr hinein.
Christian merkte an, dass
wir in jeder Bürgerversammlung Pläne über den Bahnhof
gesehen haben und dass wir nun eine Umsetzung erwarten.
Diese wird von der Politik mit Nachdruck vorangetrieben.
Zuletzt ging es noch um den
geplanten Ausbau der A57 auf sechs Fahrspuren. In
diesem Zusammenhang sollte die Lärmschutzwand entlang
Horrems auf 11,5m erhöht werden. Wie dies dann aussehen
könnte, demonstrierte Christian Clemens anhand einer
Fotomontage.
In der Ablehnung dieser
„Horremer Klagemauer“ waren sich alle Anwesenden einig.
Die Stadt hat beantragt, die A57 an dieser Stelle in
Galerieform oder mit Deckel zu bauen, um den Lärmschutz
weiter zu verbessern. Derzeit werden diese Vorschläge im
Bundesverkehrsministerium bewertet. Der anschließende
Erörterungstermin mit den neuen Lösungsvorschlägen wurde
bereits mehrfach verschoben und ist nun für Sommer 2011
angesetzt. Erst danach können weitere Schritte
unternommen werden.
Hr. Koch glaubt nicht daran,
dass sich die Dormagener Forderung 1:1 verwirklichen
lässt. Realistisch wäre ein Kompromiß, wie er sich in
Krefeld abzeichnet. Darüber berichtete Hermann Harig,
der den dortigen Ausbau intensiv mitverfolgt. Dort
zeichnet sich eine Lösung von gekrümmten
Lärmschutzwänden, die teilweise auch am Mittelstreifen
stehen, ab. Diese Lösung erlaubt deutlich niedrigere
Höhen bei ähnlichem Schallschutz.
Christian Clemens beendete
die Bürgerversammlung um 22:15 und dankte allen
Teilnehmern für Ihre Fairness und Geduld und wünschte
einen guten Heimweg.
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